Neues Leben

Februar in der Region des Lake Ndutu, Tansania: Die Gnuwanderung hat die Tiere auf die weiten Flächen südlich der Serengeti gebracht. Über eine Million Gnus versammeln sich hier. Zu ihnen gesellen sich Zebras, Gazellen und Antilopen. Eine eindrückliche Szenerie. Es ist auch die Zeit der Geburt, etwa 500'000 Kälber kommen innerhalb von drei Wochen auf die Welt.

 

Wir fahren durch die riesigen Gnuherden - immer auf der Suche nach einer Geburt. Unser Guide Bakari scannt jedes einzelne Weibchen der Herde. Oft liegen sie bis kurz vor der Niederkunft am Boden und können so das Pressen unterstützen.

 

Obwohl schon zehntausende Kälber herumspringen, sehen wir auch noch viele schwangere Tiere - die Chance ist also nach wie vor da, auch wenn aufgrund der guten Bedingungen die Geburten in diesem Jahr relativ früh einsetzten.

 

Ein erster Vormittag bleibt geburtenlos und so machen wir uns am nächsten Morgen wieder auf zu den Gnuherden. Plötzlich schreit unser Guide - und wir werden Zeugen der Geburt eines Gnukälbchens. Ich kann das Glück kaum fassen und unweigerlich schiessen mir Tränen in die Augen. Neues Leben!

 

Das Kleine plumpst ins Gras. Schon nach wenigen Minuten steht es auf seinen wackeligen Beinen. Bei den ersten zwei Versuchen purzelt es noch kopfüber ins Gras - doch dann ist es geschafft. Und schon springt es neben seiner Mutter her, auch wenn es noch etwas ungelenk aussieht. Die Mutter bringt das Kleine sogleich in den Schutz ihrer Herde zurück.

 

Unweit lauert eine Hyäne, aber wie es aussieht, ist sie lediglich an der Nachgeburt interessiert, welche die Mutter bald verliert. Möge dem Kleinen ein Leben beschieden sein, das nicht allzu bald einem Jäger zum Opfer fällt.

 

Bild: Gnugeburt in der Lake Ndutu Region, Tansania